Dorfladen 2.0 – haben wir etwas verschlafen?

Dorfladen 2.0 – haben wir etwas verschlafen?

Die Digitalisierung ist überall, auch im Tante Emma Laden um die Ecke – zumindest in Schweden. Denn im kleinen Städtchen Viken hat eine Art „Dorfladen 2.0“ eröffnet, der rund um die Uhr an 365 Tagen geöffnet ist.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wäre es erst gestern gewesen. Aber es war im Herbst 2010 und der Ort des Geschehens war ein Innovations-Workshop in der Zentralschweiz mit dem Titel: «Wie können Kassensysteme in 10 Jahren aussehen? ».

Und nun lese ich in der Fachpresse von «unserer» Idee, die in Schweden 1:1 umgesetzt wurde. Vor fünf Jahren entwarfen wir das Konzept eines Dorfladens, der rund um die Uhr an 365 Tagen geöffnet ist und fast ohne Personal auskommt. Wer einkaufen will, braucht nur eine App und ein Smartphone.

Jeder, der auf dem Lande oder in einer Kleinstadt wohnt, kennt das Problem. Man will spät abends oder am Sonntag noch was kochen und stellt fest, es fehlt etwas. In solchen Momenten wünscht man sich in unmittelbarer Nähe einen Einkaufsladen, der rund um die Uhr offen hat.

Und so einfach ist das Konzept. Der Dorfladen 2.0 ist dabei rund um die Uhr an 365 Tagen geöffnet und kommt völlig ohne Bedienungspersonal aus. Wer einkaufen will, muss sich eine App aufs Smartphone laden. Den Zugang zum Laden erhält jede Person, die sich über eine Debit- oder Kreditkarte an der Tür ausweisen kann oder eine Kundenkarte besitzt.
Der Laden umfasst ein Grundsortiment von 300-600 Artikel. In dem Dorfladen selbst werden die gewünschten Produkte mit dem Smartphone gescannt. Bezahlt werden kann auf Rechnung, per Karte oder per Lastschrift.
Die Betreiber des Ladens stellen sicher, dass die Vorschriften des Lebensmittelgesetztes eingehalten werden und genügend Ware im Laden steht. Natürlich können die Kunden auch Wünsche bezüglich des Sortiments anbringen.

Das Konzept ist so einfach – vielleicht der Grund, dass es in der Schweiz noch nicht umgesetzt ist.